26 FEB

Fahruntauglichkeit: Arzneimittel können zu „Trunkenheitsfahrt“ führen

Unfall wegen Beruhigungsmittel

Eine Frau litt unter starken Schmerzen. Aus diesem Grund begab sich die 28-jährige Raumpflegerin aus Unterhaching ins Krankenhaus, wo ihr der Notaufnahmearzt verschiedene Medikamente verabreichte. Nach der Krankenhausbehandlung stieg die Frau ins Auto, um nach Hause zu fahren. Unterwegs rammte sie einen stehenden Pkw, wobei dessen Lenker, ein Rollstuhlfahrer, verletzt wurde. Ein von der Polizei angeordneter Bluttest ergab, dass die Unfallverursacherin eine hohe Konzentration an Lorazepam im Blut hatte – 7,3 Mikrogramm pro Liter. Lorazepam gehört zu den Benzodiazepinen und ist ein starkes Beruhigungsmittel.

Fahruntüchtig nach Krankenhausbehandlung

Dem Staatsanwalt war deshalb klar: Die Frau war fahruntüchtig. Auf seinen Antrag erließ das Amtsgericht München einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung. Dagegen erhob die Raumpflegerin Einspruch. In der Hauptverhandlung machte sie geltend, der Notaufnahmearzt habe sie nicht auf ihre Fahruntauglichkeit hingewiesen. Gleichzeitig sagte sie jedoch, das Autofahren sei ihr schwergefallen. Sie habe während des Fahrens doppelt gesehen, habe aber geglaubt, es werde schon gehen.

Das Gericht gab ihr freilich zu verstehen, sie habe in ihrem Zustand selbst erkennen müssen, dass sie fahruntüchtig sei. In der Folge zog die Frau den Einspruch zurück. Dadurch wurde ihre Verurteilung zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 40 Euro (insgesamt 2.000 Euro) rechtskräftig. Daneben muss die 28-Jährige während eines Jahres auf den Führerschein verzichten. Weil ihr die Fahrerlaubnis aufgrund einer Straftat entzogen wurde, erhält sie außerdem drei Punkte in Flensburg.