11 JAN

Fahrerlaubnisentziehung wegen Tragens eines Hörgerätes?

Fahrerlaubnisentziehung wegen Tragens eines Hörgerätes?

Unauffälligem Kraftfahrer wurde wegen Tragens einer Hörhilfe der Führerschein entzogen

Der Führerschein kann seinem Inhaber dann entzogen werden, wenn an seiner Fähigkeit, ein Motorkraftfahrzeug sicher führen zu können, ernsthafte Zweifel bestehen. Solche Zweifel können nicht nur charakterbedingt vorliegen, wie es bei der Neigung zur permanenten Übertretung von Verkehrsregeln oder bei Alkohol- oder Drogensucht der Fall ist. Auch gesundheitliche Probleme und Ausfälle, die die Wahrnehmungsfähigkeit oder die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen, können Anlass dafür sein, die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen in Frage zu stellen. Einschränkungen beim Hören und Sehen können sich stets negativ auf die Eignung zum Führen von motorisierten Fahrzeugen auswirken. Geradezu vorhersehbar sind Probleme dann, wenn mehrere Sinnesorgane nicht die erforderliche volle Leistung erbringen können. Im komplexen Verkehrsgeschehen steigt die Unfallwahrscheinlichkeit, wenn ein Kraftfahrzeugführer nicht auf seine Ohren und Augen verlassen kann. Vor diesem Hintergrund hatte sich das Verwaltungsgerichts Neustadt mit der Frage zu beschäftigen, ob nach den Vorschriften der Fahrerlaubnisverordnung die Benutzung eines Hörkraftverstärkers ausreicht, um einen Gehörschaden auszugleichen. Die örtliche Führerscheinstelle sah darin im Gegenteil sogar ein Indiz dafür, dass der Träger nicht die optimale Hörleistung erbringen kann.