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Berlin: Millionen-Einnahmen durch Bußgelder und Strafzahlungen

Im vergangenen Jahr versandte die Polizei der Spreemetropole wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten wie Falschparken, Geschwindigkeitsüberschreitung oder Rotlichtverstoß ganze 3,7 Millionen Bußgeldbescheide. Dies lässt sich der Antwort der Senatsinnenverwaltung auf die Anfrage eines Abgeordneten der Grünen entnehmen.

Unsichtbares Blitzlichtgewitter im Britzer Tunnel

Besonders einträglich ist die Geschwindigkeitsüberwachung mit mobilen Radargeräten. Ihnen verdankte die Bundeshauptstadt 2017 Bußgelder von 9 Millionen Euro. Fest installierte Radaranlagen erwischten 227.552 Fahrer bei einem Verstoß gegen das Tempolimit. Daraus resultierten Bußgelder von 3,8 Millionen Euro – und einige Punkte in Flensburg. Die aktivste Radarfalle befindet sich im Autobahntunnel im Neuköllner Ortsteil Britz. Rund 100.000 Verkehrssünder gingen dem Britzer Blitzer auf den Leim – alle fünf Minuten einer. Dass sie geblitzt wurden, bemerkten sie übrigens erst, als sie den Bußgeldbescheid erhielten. Die Radaranlage verwendet nämlich einen Infrarotblitz, der für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar ist.

47.000 Rotlichtsünder sammeln Punkte in Flensburg

Neben den Schnellfahrern leisteten auch die 47.000 Rotlichtsünder ihren Beitrag an die Sanierung der notorisch klammen Stadtkasse. Zusammen zahlten sie 4,2 Millionen Euro an Bußgeldern. Der fleißigste Ampelblitzer steht im Schatten der Siegessäule am Großen Stern auf Höhe der Altonaer Straße. 2017 fotografierte er 13.601 Fahrzeuglenker, die bei Rot nicht auf die Bremse traten.
Sie dürften nicht nur über den Bußgeldbescheid erschrocken sein, kassierten sie für ihr Fehlverhalten doch zusätzlich Punkte in Flensburg. Einen Punkt gibt es für die Missachtung des Rotlichts. Mit zwei Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot muss rechnen, wer darüber hinaus andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder einen Unfall mit Sachschaden verursacht hat. Dieselben Konsequenzen drohen, wenn die Ampel seit mehr als einer Sekunde auf Rot stand.

In Zukunft noch mehr Überwachung